SEO bei den eDays 2013 in Salzburg

Wie finde ich die beste Beratung zur Search Engine Optimisation (SEO) in meiner Region/Stadt? Ein naiver Versuch mit Google ergibt viele Ergebnisse – aber wenig Resultate:

  1.  search?q=seo (Suche nach “seo”)
    Das Resultat: “About 722,000,000 results (0.20 seconds)”, allgemeine Links, kein Ergebnis, keine Werbung.
  2. search?q=seo&salzburg (Suche nach “seo salzburg”)
    Das Resultat: “About 1,020,000 results (0.14 seconds)”, populäre Events, immerhin sind schon einige Agenturen darunter, auch auf der ersten Ergebnisseite, wenn man sie sorgfältig liest, eine Werbung.
  3. search?q=seo&beratung&salzburg (Suche nach “seo beratung salzburg”)
    Das Resultat: “About 124,000 results (0.17 seconds)”, immerhin 7 Agenturen auf der ersten Ergebnisseite. Aber: Gibt es  124.000 Berater in Salzburg?

Ist das eine gute Entscheidungsgrundlage? Es gibt sicherlich (geschätzt) mehr als hundert Agenturen in Salzburg, die SEO anbieten, trotzdem ist die Suchmaschine hier nicht wirklich hilfreich. Jetzt muss ich trotzdem jeden Link, der einigermaßen vielversprechend aussieht, verfolgen, vielleicht die ersten paar Ergebnisseiten. Also vielleicht doch eher der Agentur vertrauen, die man schon jahrelang kennt, wo man die Leute kennt oder jemanden fragen, der Erfahrung mit diesem oder jenen gemacht hat?

SEO und SEM

Gleich drei Vorträge zum Thema Search Engine Optimisation wurden am 7. März 3013 beim Salzburger eDay aufgeboten. Jama Natequi (globalseo.pro), Manfred Kaiser und Matthias Zeitler (MarkTheGlobe) und Manfred Gottschling (Xovi) versuchten,  die Arbeitsweise von SEO und SEM zu erklären. Downloads zu den Vorträgen gibt es hier.

Die zwei Hauptinstrumente zur verbesserten Auffindbarkeit in Suchmaschinen waren schnell erklärt: SEO – Search Engine Optimisation und SEM – Search Engine Marketing. SEM ist ein Werkzeug, um via Google direkt Werbung zu schalten. Gegenüber traditioneller Werbung hat das den großen Vorteil der direkten Relation der Ausgaben, um Besucher auf seine Seite zu bringen. Dann entscheidet die beste Rate derjenigen, nicht die Seite nicht nur besuchen, sondern auch die angebotenen Produkte kaufen, bzw. die Services in Anspruch nehmen. Komplexer ist SEO, die Optimierung des eigenen Auftrittes im Internet, um bei erfolgreichen Keywords bzw. Suchphrasen möglichst an den ersten Listenplätzen zu erscheinen. Die Clickrate nimmt dramatisch ab – es zählen nur die Stockerlplätze – etwa 40% klicken auf das erste Ergebnis, bei Platz zwei und drei sind es nur mehr knapp 10%.

Optimieren

Es gilt also, diejenigen Keywords zu finden, die (a) häufig verwendet werden, (b) wenig Konkurrenz haben und (c) direkte Kaufabsichten versprechen. Im nächsten Schritt wird dann der eigene Internetauftritt optimiert:

  • durch sogenannte “on-page” Optimierungen, bessere Titel, Texte und URLs, klare Linkstrukturen,
  • durch “off-page” Aktivitäten, vor allem die Gewinnung von externen Links auf das eigene Angebot, und
  • durch die Verstärkung einigen anderen positiven Signalen (Sozial Links, Autor-Authority, etc.)

Dann heißt es erst mal, nach Angabe der Spezialisten, warten darauf, dass die Suchmaschine alle diese Faktoren in ihrem Index verarbeitet hat, wieder zu messen und zu optimieren – ein Prozess, der nach Aussage der Spezialisten schon mal mehrere Monate bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen kann.

Kosten

Bezüglich der Kosten für die Optimierung und ihren Return on Investment gaben sich die Vortragenden eher verschlossen – verständlich, weil der Aufwand ja von vielen Faktoren abhängt – von der Branche, dem Produkt und der eigenen Stellung in der Wertschöpfungskette. Hilfreich war hier die gezeigte Zusammenarbeit von MarkTheGlobe mit dem Kleinunternehmen Austria Börsenbrief. Hier konnte bestätigt werden, dass die SEO und SEM Projekt die direkten Kosten durch Abonnements wieder wettmachen konnte.

Insgesamt war mein Eindruck, dass seriöse, innovative und erfahrene Agenturen und/oder SEO Spezialisten mit einem pragmatischen Zugang zum Thema, dabei helfen können, die gröbsten “Fehler” im Umgang mit Suchmaschinen zu beheben. Mit einigen konkreten zusätzlichen Aktivitäten sind die gesteckte Ziele zu erreichen. Eine nicht zu unterschätzende Vorarbeit des Kunden liegt allerdings im Verständnis des eigenen Unternehmens, des Produkts und des Kundenverhaltens und der -kommunikation, sowie die Gestaltung adäquater Inhalte und Informationen. Mehr Besucher auf der eigenen Website bringen noch gar nichts: sie müssen erst zum Kauf oder zu Inanspruchnahme der Services gebracht werden und auch damit zufrieden sein.

Fazit

Alle waren sich einig, dass eigenständiger, technisch korrekt ausgezeichneter und hochwertiger Inhalt und dessen Bezug zu den wichtigsten “Keywords” sowie eine (unbestimmte) Menge an externen Faktoren (Linkbuilding, soziale Signale etc.) wesentlich sind. Die Unterschiede hielten zwischen den drei vorgestellten Ansätzen hielten sich in Grenzen, vor allem, weil es niemandem gelang, eine halbwegs empirisch begründete Hierarchie der wesentlichen Faktoren darzustellen.

 

Was fehlte (mir)?

Zu wenig beleuchtet wurde aber meiner Ansicht folgende Aspekte:
(1) Die Rolle der passenden SEO-Strategie für ein Unternehmen. Es ist ja ein Unterschied, ob man sein Produkt in einem regionalen Markt an seinem Point-of-Sale verkaufen möchte, oder aber mehr oder weniger international Kunden für den Online-Shop gewinnen will. Wesentliche Unterschiede ergeben sich natürlich auch nach Branche, realem Wettbewerb und spezifischen Nischen.

(2) Eine klare Darstellung der Spezifika und Hürden der Internetkommunikation mit Kunden. Im Prinzip ist es eine 1:1 Kommunikation wie in jedem anderen Verkaufsprozess auch. Aber es fehlen wesentliche Kontexte, d.h. viele Aspekte realer Persönlichkeiten. Und: Diese Kommunikation ist zudem noch vermittelt – in diesem Fall der Erstkontakt via eine Suchmaschine. Es hätte nicht geschadet, wenn wenigstens in einem Vortrag die wesentlichen Kriterien der Google-Algorithmen benannt wurden. Dazu muss man kein(e) Mathematiker(in) sein.

(3) Die steigende Bedeutung von Daten für Suchmaschinen und die Auffindbarkeit von Services, Unternehmen und Produkten. Die strukturierte Darstellung von Inhalten via Rich Snippets wurde zwar angesprochen, aber die wesentlich weitergehenden Repräsentationen von Inhalten als Daten via schema.org oder goodrelations wurde nicht einmal erwähnt. Mit dieser semantischen Auszeichnung von Informationen und Daten sowie mit der Verwendung von “Entitäten” zusätzlich zu den “Keywords” sollten zusätzliche Kunden gewonnen werden können.

 

Veröffentlicht unter Blog, SEO
Ein Kommentar auf “SEO bei den eDays 2013 in Salzburg
  1. Hallo Andreas,
    einsehr umfangreicher und interessanter Recap des eday in Salzburg. Vielen Dank für die Anregungen – werde diese in meine kommenden Vorträgen gerne einfließen lassen.
    lg Manfred Gottschling

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>